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SWFV und SV Spesbach eröffnen Inklusionsstützpunkt

Der Südwestdeutsche Fußball-Verband vergrößert sein Angebot für seine Vereine und schafft ein Angebot für die Gesellschaft. Seit dem 06. Mai 2018 gibt es im Verbandsgebiet einen eigenen Stützpunkt für inklusiven Fußballsport.

Beim SV Spesbach eröffnete SWFV-Vizepräsident Jürgen Veth bei dessen gemeinsam mit der Lebenshilfe Westpfalz ausgetragenen Turnier den Stützpunkt und machte damit offiziell, was seit fast einem Jahr in der Planung war. Der SWFV ist damit einer der Vorreiter in der Bundesrepublik.


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„Wir sind stolz, als einer der ersten Verbände in ganz Deutschland einen eigenen Inklusionsstützpunkt zu haben“, sagt Veth. Nach intensiven Kontakten habe sich der SWFV, wie der „Vizechef“ berichtet, für den SV Spesbach entschieden. „Die dortige bereits mehrfach ausgezeichnete Inklusionsmannschaft besteht seit nunmehr 15 Jahren und ist damit ihrer Zeit und vielen anderen ein großes Stück voraus. Unsere Gespräche mit dem Verein verliefen darüber hinaus so positiv, dass wir schnell sicher waren, hier den perfekten Ansprechpartner gefunden zu haben.“ Ab sofort wird es einmal wöchentlich ein offenes Angebot für Menschen mit Behinderung gebe. Fred Nageldinger und Christian Schröder, beide Trainer des SV Spesbach und dessen inklusiver Mannschaft, stehen dem Verband zur Verfügung. „Bei uns ging es wie bei vielen anderen auch durch eigene Betroffenheit los“, sagt Schröder. So schuf Frederic Nageldinger bereits 2003 ein Angebot, in dem er mit beeinträchtigten Kindern Fußball spielte. „Damals waren wir gerade eine Handvoll Leute“, so Nageldinger. Begeistert und getragen von der Faszination des Fußballs legten sie einfach los. Mitmachen darf jeder. „Wir schließen niemanden aus“, so Nageldinger. Heißt auch, es gibt keine „Spezialisierung“ auf ein bestimmtes Handicap.

 

Ein Grundprinzip und dennoch so wichtig. „Es braucht einen Kümmerer und dann heißt es, einfach machen“, weiß auch Veth. Vieles beginne nun mal so auf Vereinsebene. Danach zeige sich, ob die Idee auch trägt. Im Fall Schröder, Nageldinger und SV Spesbach ist das offensichtlich gelungen. Und mehr als das. Bis zu 50 Personen kommen regelmäßig samstags nach Spesbach, nehmen das Angebot an. „Teilweise bringen Eltern ihre Kinder aus 50 Kilometer Entfernung zu uns, weil es in ihrer Nähe nichts Vergleichbares gibt“, so Schröder. An dieser Stelle wurde der SWFV hellhörig.


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Die große Expertise und Anerkennung in Fußballkreisen führte die Macher des SV Spesbach auch in die AG Inklusion des SWFV. Als Teil der Kommission für gesellschaftliche Verantwortung bearbeitet die AG den Aspekt „Inklusion“. Die aus Fachleuten besetzte Arbeitsgemeinschaft, Führungskräfte aus Werkstätten, Stiftungen, Versicherung, Sportbünden und Vereinen, schaffen seit rund eineinhalb Jahren, Angebote. Im ersten Schritt wurde ein Netzwerk aufgebaut, das sich in einem großen Fachtag mit diversen Themen und Workshops beschäftigte. Knapp 100 Multiplikatoren kamen im Oktober 2017 zur von ZDF-Sportmoderator Norbert König moderierten Veranstaltung. In der Drei-Jahresplanung der AG steht für 2018 nun die Eröffnung von Stützpunkten auf dem Zettel. „Beim SV Spesbach setzen wir das jetzt um“, so Veth nicht ohne Stolz. Weitere sollen noch folgen, Gespräche sind am Laufen. „Wir machen das ohne Druck, sondieren sehr genau und machen keinen Schnellschuss“, betont Thorsten Richter, Inklusionsbeauftragter des SWFV. Dass der Verband auf einem guten Weg ist, wurde beim Jahrestreffen der DFB-Stiftung Sepp Herberger bestätigt. „Unsere Arbeit und unser Leitbild für Inklusion wurden ausdrücklich gelobt“, so Alexander Beuerle, der hauptamtlicher Ansprechpartner beim SWFV für Inklusion ist. 

 

In diesem ebenso kreativen und inhaltsstarken AG-Team sollen die Stützpunkte weiterentwickelt werden. Zu tun gibt es genug, wie die Verantwortlichen hervorheben. „Besonders für inklusive Mannschaften ist es wichtig, barrierefreie Sportheime und möglichst ebene Sportfelder zu haben“, weiß Schröder. An dieser Stelle ist noch der dickste Brocken zu stemmen. Eigentlich müsste der Stützpunkt einen Kunstrasenplatz erhalten. Die Kosten sind jedoch so hoch, dass es momentan zwar Gespräche, aber noch keine Finanzierung gibt. Ob es klappen wird, steht in den Sternen. „Wir loten momentan in alle Richtungen aus, ob und wer uns hier helfen könnte“, so Richter.

 

Am Tag der Eröffnung ist dieser Schwenk natürlich legitim, überdeckt aber nicht die Freude, erstmals im Südwesten und deutschlandweit als einer der wenigen Verbände überhaupt, einen Meilenstein gesetzt zu haben. „Wir sind stolz, gemeinsam mit dem SV Spesbach und unserer AG, einen Stützpunkt für inklusiven Fußball zu eröffnen“, hebt Veth hervor. Für ihn und das SWFV-Präsidium steht an diesem Tag eines im Vordergrund – „wir wollten nicht nur drüber reden, sondern machen. Das haben wir heute getan“, sagt Veth.

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