22. Erinnerungstag im deutschen Fußball: „dass Auschwitz nie mehr sei!“
Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau befreit. Auschwitz ist eine Stadt in Polen. Das Lager war ein schrecklicher Ort, an dem viele Menschen getötet wurden. Jedes Jahr gibt es deshalb einen Erinnerungstag im deutschen Fußball. An diesem Tag gedenken wir der Opfer der NS-Zeit (Nationalsozialismus).
Die Rolle des Sports in der NS-Zeit
Die Nationalsozialisten (Nazis) haben den Sport für ihre Ziele missbraucht:
- Leistung: Menschen sollten durch Sport mehr arbeiten und besser kämpfen können.
- Kontrolle: In der Freizeit sollten alle Menschen dasselbe tun.
- Propaganda: Die Nazis wollten zeigen, wie stark und mächtig sie sind.
Sport im Konzentrationslager
Im Lager hatte Sport eine grausame Bedeutung. Die Aufseher zwangen die Gefangenen zu Übungen, bis sie keine Kraft mehr hatten. Da die Menschen kaum zu essen hatten und sehr schwach waren, war dieser „Sport“ oft lebensgefährlich.
Die Olympischen Spiele 1936
Vor 90 Jahren fanden die Olympischen Spiele in Deutschland statt. Die Nazis nutzten dieses große Fest als Werbung. Gleichzeitig verhafteten sie Menschen, die eine andere Meinung hatten oder aus anderen Ländern kamen (wie Sinti und Roma), um Proteste zu verhindern.
Hat Sport etwas mit Politik zu tun?
Viele Menschen sagen: „Sport ist nicht politisch.“ Das stimmt nicht.
In der NS-Zeit gab es die sogenannte Gleichschaltung. Das bedeutete:
- Alle Vereine mussten nach den Regeln der Nazis arbeiten.
- Vereine von jüdischen Menschen, Kirchen oder Arbeitern wurden aufgelöst oder verändert.
- Jüdische Spieler wurden ausgeschlossen – obwohl sie den Fußball in Deutschland erst bekannt gemacht hatten.
Wussten Sie schon? Walter Bensemann, ein jüdischer Pionier, gründete die Zeitschrift Kicker und war an der Gründung des DFB (Deutscher Fußball-Bund) beteiligt.
Lange Zeit wollten viele Sport-Leiter nicht über diese Geschichte sprechen. Sie behaupteten, Sport sei neutral. Erst viel später begannen Vereine und der DFB, ihre eigene Geschichte kritisch zu untersuchen.
Was hat das heute mit uns zu tun?
Auch heute hört man oft: „Sport muss neutral sein.“ Dieser Satz fällt oft, wenn Fans sich engagieren gegen:
- Rassismus: Diskriminierung wegen der Herkunft.
- Antisemitismus: Hass gegen jüdische Menschen.
- Homophobie: Hass gegen schwule oder lesbische Menschen.
Fakt ist: Sportvereine sind Teil unserer Gesellschaft. Sie müssen die Demokratie leben. Das bedeutet: Alle Menschen haben die gleichen Chancen – egal woher sie kommen, welche Religion sie haben oder wen sie lieben.
Was kann die Fußball-Familie tun?
Fußball hat viel Macht, weil er viele Menschen erreicht. Er hat die Aufgabe, die Demokratie zu schützen.
Das können Sie in Ihrem Verein tun:
- Nachforschen: Welche Geschichte hat unser Verein? Wurde darüber schon gesprochen?
- Vorbilder finden: Gab es früher mutige Menschen, die anderen geholfen haben?
- Hinschauen: Wenn es heute Probleme gibt, schauen Sie nicht weg. Überlegen Sie gemeinsam: Was können wir tun?
Ein wichtiges Vermächtnis
Walter Frankenstein war ein Überlebender des Holocaust und Fan von Hertha BSC. Er verstarb im Jahr 2025. Er hinterließ uns eine wichtige Botschaft:
"Die Demokratie muss jeden Tag neu erkämpft werden."
Das bedeutet: Wir müssen uns jeden Tag für Freiheit und Gleichberechtigung anstrengen. Das ist heute wichtiger denn je.





