Die Schiedsrichtervereinigung Pirmasens-Zweibrücken lud zum traditionellen Neujahrsempfang am Samstag nach Clausen ein. Kreisschiedsrichterobmann Sascha Geisler begrüßte alle Schiedsrichter und Gäste. Verbandsschiedsrichterobmann und Präsidiumsmitglied im Südwestdeutschen Fußballverband, Thorsten Gerhard Braun, richtete seine Grußworte im Namen des Verbandes an die 100 geladenen Gäste und dankte für den Einsatz im Ehrenamt. Er lobte die Arbeit im Kreis, speziell beim Werben um neue Schiedsrichter. „Erfreulicherweise bleibt der Aufwärtstrend bei den Interessenten am Schiedsrichterwesen verbandsweit bestehen und die Neulingslehrgänge sind stark nachgefragt. Trotzdem braucht es jeden einzelnen Schiedsrichter, um alle Spiele weiterhin besetzen zu können“, so Braun weiter.
100 Schiedsrichter mit insgesamt 3241 Einsätzen
Obmann Sascha Geisler gab in seinem Jahresrückblick einen detaillierten Einblick in die Statistik. Im Jahr 2025 absolvierten die 100 Schiedsrichter des Kreises insgesamt 3241 Einsätze. Diese hohe Zahl an Spielen sei nur zu bewältigen gewesen, da etliche Unparteiische mehrere Einsätze pro Woche oder sogar pro Tag übernahmen – zumal 21 Schiedsrichter lediglich zehn oder weniger Spiele leiteten. Obgleich dieser enormen Leistung mussten knapp 50 Spiele von benachbarten Vereinigungen übernommen werden, um Spielausfälle zu vermeiden. Trotz Doppelansetzungen und der Hilfe anderer Kreise konnten 21 Partien im Sportkreis nicht mit einem offiziellen Schiedsrichter besetzt werden. Geisler lobte zwar den positiven Trend der letzten drei Jahre, in denen über 30 neue Schiedsrichter ausgebildet wurden, mahnte jedoch, dass einige Neulinge ihre Tätigkeit nach kurzer Zeit wieder aufgeben. Gleichzeitig haben erfahrene Kollegen aus Alters-, Berufs- oder Gesundheitsgründen ihre Pfeife an den Nagel gehängt. Die zehn Lehrabende und die Assistenten-Schulung seien zwar ordentlich besucht gewesen, doch Geisler sieht auch hier noch Steigerungspotenzial.
Ereignisreiches Jahr mit zahlreichen Höhepunkten
Maren Fuchs und Lotta Christ nahmen im März am SWFV-Frauen-Intensivlehrgang teil, bei dem sie am Rande des Bundesligaspiels FSV Mainz 05 gegen FC St. Pauli DFB-Lehrwart Lutz Wagner kennenlernten, während Florian Stahl den Verband bei den Deutschen Futsal-Meisterschaften der DFB-Junioren vertrat. David Schwinzer und Timo Kustes waren im Mai als Assistenten beim A-Junioren-Verbandspokalfinale zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem FSV Mainz 05 vor 1400 Zuschauern im Einsatz. Ebenfalls im Mai leitete Maren Fuchs das Endspiel der B-Juniorinnen im SWFV-Verbandspokal.
Eine besondere Ehre wurde Ralf Vollmar zuteil, der als Verbandssieger der Aktion „Danke Schiri“ einen unvergesslichen Abend bei der DFB-Gala in Frankfurt erlebte. Ein Highlight war auch die mehrtägige Abschlussfahrt nach Köln, die viel Zuspruch und Begeisterung fand. Zur neuen Saison konnten wir dann neben David Schwinzer und Timo Kustes mit Louis Ehmann einen weiteren Schiedsrichter in der Landesliga begrüßen. Florian Stahl qualifizierte sich erneut als Schiedsrichter für die Verbandsliga, ist weiterhin als Assistent in der Regionalliga im Einsatz und wurde erneut für die Deutschen Futsal-Meisterschaften berufen. Julien Belzer startete in seine dritte Oberliga-Saison und zeigt hier gute Leistungen. Des Weiteren steht er als Assistent im Perspektivkader in der Regionalliga. Geisler erinnerte an den holprigen Start der „Gelben Karte Plus“ auf Verbandsebene, die sich im Laufe der Saison jedoch immer besser etablierte. „Durch die klare Festlegung auf vier Vergehen sei nun eine einheitlichere und fairere Anwendung gewährleistet.“ Auch andere Neuerungen, wie die „8-Sekunden-Regel“ für Torhüter, hätten sich bewährt.
Eine gemischte Bilanz zog Geisler bei den angepassten Hallenregeln. Positiv sei, dass Spiele wieder von einem einzelnen Schiedsrichter geleitet werden können. „Das freut mich besonders für die Kollegen, die nicht im Team pfeifen wollen und deshalb letztes Jahr keine Hallenspiele leiten konnten.“ Kritisch sah er hingegen die Abschaffung der Zwei-Minuten-Zeitstrafe und verwies auf entsprechendes Feedback von Spielern, Trainern und Zuschauern. Ein weiteres Problem sei das Zählen der kumulierten Fouls durch die Turnierleitung. „Oft wissen die Verantwortlichen trotz vorheriger Absprachen nicht, was als kumuliertes Vergehen zählt. Das führt zu falschen Zählständen und lenkt den Unmut von Spielern und Zuschauern auf die auf dem Feld stehenden Schiedsrichter“, so Geisler.
Auch die viertägige Turnierserie nach Weihnachten in der Zweibrücker Westpfalzhalle bezeichnete Geisler als vollen Erfolg. Obwohl die Organisation und Durchführung mit sehr viel Arbeit verbunden war, wurden sie mit durchweg positivem Feedback von Vereinen und Zuschauern belohnt. Er betonte, dass solche Turniere wichtig seien, um die Gemeinschaft zu stärken und die Grundlage für Veranstaltungen im Jahr 2026 zu schaffen.
Zum Abschluss seiner Rede richtete Geisler einen herzlichen Dank an alle Schiedsrichter, insbesondere aber an deren Partner. „Es ist unser Hobby und unsere Partner unterstützen uns dabei selbstlos – das verdient besonderen Dank“, betonte er. Sein Dank galt ebenso dem Kreissportausschuss unter der Leitung von Reiner Ehrgott, dem Kreisjugendausschuss mit Thomas Bauer an der Spitze und dem Mädchen- und Frauenbeauftragten Christian Weinkauff für die reibungslose Zusammenarbeit. Bei den Verantwortlichen der angrenzenden Vereinigungen bedankte er sich für die sehr gute Kooperation. Ein „riesengroßes Dankeschön“ ging zudem an alle Helfer der Turniere, den Förderverein sowie an die Spieler und Fans der Schiedsrichter-Fußballmannschaft.
Ehrungen im Kreis
30 Jahre SR- Schiedsrichter-Tätigkeit (Schiedsricher-Ehrennadel in Gold des SWFV)
- Thorsten Ecker
- Alexander Seiberth
25 Jahre Schiedsrichter-Tätigkeit
- Markus Adam
20 Jahre SR- Schiedsrichter-Tätigkeit (Schiedsricher-Ehrennadel in Silber des SWFV)
- Jürgen Fitzner
10 Jahre Schiedsrichter-Tätigkeit (Schiedsricher-Ehrennadel in Bronze des SWFV)
- Cedric Nana
- David Schwinzer
5 Jahre Schiedsrichter-Tätigkeit
- Christian Manfred Dully
- Marc-Kevin Schaf
DFB-Preis „Danke Schiri“
- Kategorie U50: Peter Deliargyris
- Kategorie Ü50: Alexander Seiberth
DFB-Preis „Junges Ehrenamt“
- Florian Stahl
Geisler bedankte sich bei den Geehrten für ihren Einsatz und verwies darauf, dass alle nicht anwesenden Jubilare beim nächsten Schiedsrichter-Lehrabend geehrt werden. Besonders freute sich der Obmann auf die „Danke Schiri“-Ehrungen, die Referees für außergewöhnliches Engagement auszeichnen.
In der Kategorie „U50“ ging der Preis an Peter Deliargyris. Geisler lobte nicht nur dessen Verdienste in der Schiedsrichterwerbung, sondern auch seinen bemerkenswerten Einsatz als Ersthelfer. So leistete Peter in der vergangenen Saison bei gleich drei Partien medizinische Erstversorgung. Bei einem Spiel, das er als Zuschauer besuchte, behandelte er in der Halbzeit den verletzten Schiedsrichter-Assistenten, sprang kurzerhand selbst in der zweiten Hälfte für ihn ein und sorgte dafür, dass das Spiel ordnungsgemäß zu Ende geführt werden konnte.
Die Ehrung in der Kategorie „Ü50“ ging an Alexander Seiberth, der als langjähriger stellvertretender Obmann die Vereinigung in der Vergangenheit maßgeblich mitgestaltet hat. In seiner 31-jährigen Laufbahn als Schiedsrichter war er 16 Jahre in dieser verantwortungsvollen Position tätig. Geisler lobte ihn mit den Worten: „Alexander zeichnet sich neben dem Platz durch seine soziale Kompetenz und stetige Hilfsbereitschaft aus. Er ist immer zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird. Auf dem Platz ist er ein verlässlicher Schiedsrichter, der stets bereit ist, bei Teamspielen in jeglicher Funktion mitzuwirken, Kollegen engagiert unterstützt und so ihre Integration in das Team und die Gemeinschaft fördert.“
Als besondere Auszeichnung nominierte Obmann Geisler seinen Stellvertreter Florian Stahl für den DFB-Preis „Junges Ehrenamt“. In seiner Laudatio würdigte Geisler zunächst die 29 Millionen ehrenamtlich engagierten Menschen in Deutschland, zu denen auch die Schiedsrichter zählen – „denn ohne Schiedsrichter geht’s nicht“, so Geisler. „Wer selbst mal ein Spiel gepfiffen hat, weiß, was das zeitlich bedeutet – da reichen 90 Minuten nicht aus. Oft ist der halbe Sonntag weg, wenn nicht sogar länger“, erklärte Geisler den enormen Aufwand hinter dem Amt des Unparteiischen. Er betonte, wie dankbar man für jeden einzelnen Schiedsrichter sein müsse. „Wenn dann jemand darüber hinaus ein zusätzliches Amt im Schiedsrichterwesen übernimmt, das weitere Stunden Freizeit verschlingt, ist das schon aller Ehren wert. Wenn diese Person dann zur jüngeren Generation zählt und in diesem Alter gut und gerne ‚Besseres‘ tun könnte, verdient das nochmals höhere Anerkennung. Gerade in der heutigen Zeit ist es keine Selbstverständlichkeit mehr, wenn ein junger Mensch so viel Zeit und Energie in ein Ehrenamt steckt“, fuhr Geisler fort. Abschließend lobte er die hervorragende Zusammenarbeit und die absolute Verlässlichkeit von Florian Stahl im Schiedsrichter-Ausschuss.
Geisler gratulierte nochmals allen Jubilaren und äußerte die Hoffnung, dass diese dem Schiedsrichterwesen noch lange erhalten bleiben.
Bildunterschrift: v.l.n.r. Kreisschiedsrichterobmann Sascha Geisler, Thorsten Ecker, Alexander Seiberth, Cedric Nana, Marc-Kevin Schaf, Peter Deliargyris, Jürgen Fitzner, David Schwinzer, Markus Adam, Christian Manfred Dully, Florian Stahl, Ehrenamtsbeauftragter Thomas Seiler, Ausschussmitglied Steffen Schwarz, Lehrwart Julien Belzer.






