Vielfalt, Integration und Zusammenhalt - Frauenfußball-Projekt

02.01.2026

Einen besseren Rahmen hätte es kaum geben können. Beim Nations-League-Finale der deutschen Frauen-Nationalmannschaft in Kaiserslautern wurde der DFB-Assist im SWFV gestartet, das vielleicht größte und nachhaltigste Projekt der vergangenen Jahre im Frauenfußball.

 

Vier wichtige Kernziele

Hinter dem Begriff DFB-Assist im SWFV verbürgt sich ein Strategieentwicklungskonzept, das der Deutsche Fußball-Bund in allen seinen Landesverbänden ausrollt, das sich aber jeweils an den regionalen Bedürfnissen orientiert. „Am Anfang stand, dass wir als SWFV-Vertreter für uns Strategieziele formuliert haben“, berichtet Dany Spindler, die Vorsitzende des Verbandsfrauen- und Mädchenausschusses. In einem Arbeitskreis, zu dem neben ehrenamtlichen und hauptamtlichen Verbandsmitarbeitern auch Vereinsfunktionäre, die sich freiwillig gemeldet hatten, gehörten, wurden folgende Ziele definiert:

 

Mehr Spielerinnen

Ehrenamt stärken

Netzwerk erweitern

Mehr Sichtbarkeit

 

Wobei allen klar ist, dass die Strategieziele ineinandergreifen können und müssen. „Wenn gut vernetzte Ehrenamtler erfahren, was in anderen Vereinen funktioniert und was nicht, dann sorgt das beispielsweise dafür, dass aufgrund dieser Erfahrungen an einem anderen Standort effektiver und erfolgreicher gearbeitet werden kann und mehr Mädchen und Frauen Fußball spielen“, fasst es Dany Spindler treffend zusammen. Der Maßnahmenkatalog, um die Ziele im Rahmen des DFB-Assist-Programms zu erreichen, ist vielschichtig. Vor allem aber ist er eines: Er ist langfristig ausgelegt. „Wir geben uns vier, eher fünf Jahre Zeit, um unsere Ziele zu erreichen“, sagt Dany Spindler.

 

 

Imagefilm

Sichtbar wurde das Engagement schon am Startort in Kaiserslautern. Über die Stadion-Leinwand flimmerte ein zweiminütiger Imagefilm, der vom SWFV professionell erstellt wurde. Im Stadioninnern auf der Fanmeile hatte der SWFV zudem einen Stand aufgebaut, um auf das DFB-Assist-Programm hinzuweisen. Die Fans der deutschen Nationalmannschaft sind schließlich eine perfekte Klientel. Das DFB-Team erfreut sich großer Beliebtheit, viele Spielerinnen sind mittlerweile Stars, doch viel zu wenige der weiblichen Fans von Jule Brand oder Ann-Katrin Berger spielen selbst in den Vereinen vor der Haustür. Das wollen Dany Spindler und ihre Mitstreiter ändern. Verteilt wurden in Kaiserslautern auch QR-Codes, die zu einem neuen Bereich auf der SWFV-Homepage hinführen, der am Länderspiel-Tag scharf geschaltet wurde. Dort gibt es jede Menge Informationen zum Thema Frauen- und Mädchenfußball sowie zur Strategie und den Zielen des DFB-Assist.

Frauenfußball-QR

 

Wir bewegen FFußball

Im Mittelpunkt einer jeden Kampagne steht ein Slogan. Die SWFV-Vertreter, zu denen aus dem Hauptamt Anja Ottstadt, Timm Ritterböck und Verbandsdirektor Michael Monath, zählen, stellen ihr Engagement unter folgendes Motto: Wir bewegen FFußball – ein starkes Team auf allen Positionen. Das erste F ist dabei extrem geschwungen und steht natürlich für Frauen. „Gemeinsam entsteht eine Stärke, und gemeinsam bewegen wir auch etwas“, ist Dany Spindler überzeugt. Sie ist schon seit einigen Jahren sehr aktiv in Sozialen Medien, deren Strahlkraft ebenfalls genutzt werden soll. Der Hashtag #machmehrdraus soll das Projekt begleiten. „Er richtet sich an Vereine und Spielerinnen und soll zum Ausdruck bringen, dass alle ihre Möglichkeiten nutzen sollen, indem sie weiter und mutiger sind und sich etwas trauen“, erläutert die SWFV-Funktionärin.

 

Leadership-Programm

Dany Spindler legt Wert darauf, dass unter dem Deckmantel des DFB-Assists die weibliche Fußballwelt nicht neu erfunden wird. Auch bestehende und erfolgreiche Formate wird es weiterhin geben, sie werden aber ausgebaut und optimiert. Als Beispiel sei dabei das Leadership-Programm genannt, mit dem Funktionärinnen aus- und fortgebildet werden. Und dabei kann es auch durchaus mal interessante Erfahrungen geben. „Der Führungsspielerinnen-Treff war okay, als sich die Mädels alleine getroffen haben. Viel besser lief die Aktion allerdings, als wir einen gemeinsamen Lehrgang mit Jungs und Mädels gemacht haben. Aus solchen Dingen werden wir natürlich lernen“, sagt Dany Spindler.

 

Gesellschaftliche Wirkung

Auf dem Weg zum Ziel, mehr Spielerinnen und mehr Teams bis zum Jahr 2030 zu haben, spielen natürlich auch die Vereine und die Trainer eine große Rolle. „Es wurde im Vorfeld eine Datenerhebung gemacht. Und da hat sich herausgestellt, dass wir speziell im SWFV sehr wenig lizenzierte Trainerinnen haben. Deshalb werden wir auch auf dieses Thema unseren Fokus richten“, sagt Dany Spindler, die nichts unversucht lassen möchte, um mehr Mädchen und Frauen von ihrem großen Hobby zu begeistern. Sie ist überzeugt: „Mit dem DFB-Assist und dem Frauenfußball können wir eine gesellschaftliche Wirkung erzielen. Frauenfußball steht für Vielfalt, Integration und Zusammenhalt. Werte, die über den Sport hinausgehen.“

 

Erschienen im SÜDWEST FUSSBALL 04/2025 von Olaf Paare